Dienstag, 31. Januar 2006
Entdeckungen
In meinem Alter hat man ja nicht mehr so dieses zwingende Bedürfnis am Samstag abend unbedingt das Haus verlassen zu müssen um in zwielichtigen Lokalitäten laute Musik zu hören und Bier aus grünen Flaschen zu trinken.
Das Geld kann man auch prima im Feinkostgroßhandel des Vertrauens auf den Kopp hauen und leckeren frischen Thunfisch, diverse Antipasti und feinen Wein kaufen.
Gesagt getan, einen äußerst entspannten Abend verbracht, festgestellt, dass es keine spannenden Boxkämpfe mehr gibt und nebenbei entdeckt, dass die Flasche Wein, die seid ungefähr 8 Jahren im Regal (lichtgeschützt und erschütterungsfrei gelagert natürlich) Staub fängt, vom Wine Advocate Robert Parker 93 Punkte bekommen hat und mittlerweile 350 Euro kostet.
Sollte bis 2012 getrunken werden. (Liebe Andrea, wenn du dies liest und irgendwann 2010 einen Abend frei hast, würd ich den gern mit dir trinken. Es gibt wahrscheinlich Thunfisch. Oder magst du immer noch keinen Fisch? :-)?)
Das Geld kann man auch prima im Feinkostgroßhandel des Vertrauens auf den Kopp hauen und leckeren frischen Thunfisch, diverse Antipasti und feinen Wein kaufen.
Gesagt getan, einen äußerst entspannten Abend verbracht, festgestellt, dass es keine spannenden Boxkämpfe mehr gibt und nebenbei entdeckt, dass die Flasche Wein, die seid ungefähr 8 Jahren im Regal (lichtgeschützt und erschütterungsfrei gelagert natürlich) Staub fängt, vom Wine Advocate Robert Parker 93 Punkte bekommen hat und mittlerweile 350 Euro kostet.
Sollte bis 2012 getrunken werden. (Liebe Andrea, wenn du dies liest und irgendwann 2010 einen Abend frei hast, würd ich den gern mit dir trinken. Es gibt wahrscheinlich Thunfisch. Oder magst du immer noch keinen Fisch? :-)?)
Freitag, 27. Januar 2006
Donnerstag, 26. Januar 2006
Glück muss der Mensch haben
Vielleicht hätte ich doch dem Berliner Wal einen Besuch abstatten sollen. Pottwal, Finnwal, so groß können die Unterschiede nicht sein. *klick*
Unvorstellbare Hölle. Gesichter denen man die Entbehrungen ansieht. Hauen, Schlagen, Treten, Geschrei, Verzweiflung. Freundschaften zerbrechen und Partnerschaften, Vorwürfe. Man riecht den Stress, die Angst, es ist stickig. Ich streife fassungslos an den langen Reihen von Menschen vorbei, die im Phlegma versunken ihre Beute festkrallen, hin und her geschubst werden von denen, die noch auf der Suche sind, überwacht von grimmigen, misstrauischen Schergen.
Akfrika? Pakistan? Berlin-Neukölln. Media-Markt Neueröffnung.
Akfrika? Pakistan? Berlin-Neukölln. Media-Markt Neueröffnung.
Dienstag, 17. Januar 2006
Dienstag, 3. Januar 2006
So, gibt mal wieder was zu gucken, eine Serie mit Nachtbildern, die ich über Weihnachten in Schweden gemacht hat. *klick*
Für das hier zu sehende Bild musste ich unendliche Strapazen auf mich nehmen, kilometerweit durch knietiefen Killerschnee waten, weit und breit kein Mensch, hin und wieder fühlte ich ein paar ausgehungerte Elche um mich herumschleichen.
In dem Haus ist eine alte Frau gestorben, die da von ihrer Familie vergessen wurde, als diese nach Amerika ausgewandert ist. Die spukt da heute noch rum.
Für das hier zu sehende Bild musste ich unendliche Strapazen auf mich nehmen, kilometerweit durch knietiefen Killerschnee waten, weit und breit kein Mensch, hin und wieder fühlte ich ein paar ausgehungerte Elche um mich herumschleichen.
In dem Haus ist eine alte Frau gestorben, die da von ihrer Familie vergessen wurde, als diese nach Amerika ausgewandert ist. Die spukt da heute noch rum.
Samstag, 31. Dezember 2005
Sille 05
Dieses Jahr ist es endlich so weit. Immer mal wieder hat man ja so seine Spässchen gemacht über Silvester. Nächstes Jahr bleib ich zu hause und mache nix wenn man wieder mal auf irgendeiner langweiligen Party mit teuren Getränken und komischen Leuten war. (Hmm, war ich eigentlich nie fällt mir grad auf...)
Dieses Jahr nun sollte ich Besuch bekommen. Der ist spontan krank geworden und so stand ich Freitag mittag ohne Planung da. Prima dachte ich, bleib ich halt zu Hause und guck Silvesterstadl.
So konnte ich guten Gewissens auch die Mitleidseinladung am Nachmittag ablehnen und mir Gedanken machen, was ich denn so mache wenn ich nix mache.
Heut mittag war ich einkaufen, schliesslich will ich ja was ordentliches essen und trinken. Und bei einem Streifzug durch die Filmabteilung von Saturn habe ich das Rahmenprogramm für heut abend erstanden. Der Pate 1 - 3 in der Schmuckbox.
Es ist 18:30, ich bin am Schwedenwinterbilder aufhübschen und schaue grossartige Konzertmitschnitte auf 3sat. Heute kamen schon die Beach Boys, Doobie Brothers, Eagles, Norah Jones und aktuell Queen ohne Freddy.
20:05
Ich beginne mit den Vorbereitungen für mein Abendessen. Die Avocados für die Guacamole sind zu hart, das pürieren macht es etwas besser. Dafür gelingt die Bohnencreme vorzüglich, ich habe diesmal frischen Koriander.
21:03
Bis eben haben mir T., T., und B. online Gesellschaft geleistet. T. hat sich nun doch dem Druck unterworfen, was zu machen. T. hat Besuch, schaut aber hin und wieder rein. Sagt er. B. befindet sich in einer anderen Zeitzone muss sich um seine Silvesterplanung erst in ein paar Stunden kümmern.
Als Vorspeise serviere ich mir getoastetes Schwarzbrot mit Aioli. Dazu gibts den Rest vom Wein von gestern, ein Temparanillo aus Trauben aus ökologischem Anbau, sehr angenehm.
21:06
Der Pate Teil 1 beginnt. Viel zu spät, so sitze ich bis morgens um sechs hier.
22:28
Essen ist fertig, lecker Nachos con Carne, mit Käse überbacken, dazu die Pampen und ein neuer Rotwein, ein sizilianischer Syrah.
Auf dem Hof zeigt ein Vater seinem schätzungsweise drei und fünf Jahre alten Kindern wie man Knaller schmeisst. Hoffentlichtun sie tut er sich richtig weh dabei.
Der Sohn vom Paten hat grad zwei Typen umgebracht. Nicht mal zu Ende essen durften sie. Dabei gabs in dem Laden das beste Kalbschnitzel der Stadt.
23:19
Ich kann nicht mehr. Dabei hab ich nicht mal die Hälfte von dem Zeug geschafft. Naja, wird ein schönes Frühstück morgen.
Don Vito hat Friede geschlossen mit dem Türken.
23:40
Der Don ist tot. Und ich geh jetzt gleich mal aufs Dach.
00:15
Der Deckel vom Dach ging sehr schwer auf. Sehen konnte man auch nicht viel. Ausser die ganzen anderen Menschen auf den anderen Dächern ringsherum.
Der Pate Teil 2 hat grad angefangen. Der kleine Vito muss aus Sizilien fliehen.

01:04
Warum is der ganze Film auf italienisch? Man muss die ganze Zeit hinschauen und die Untertitel lesen.
Die Knallerei geht mir aufn Sack, ich will ins Bett. Vielleicht schneid ich mir gleich noch die Haare.
01:48
Passiert da nochmal was in dem Film?
Ich trink jetzt Wodka Appelsaft.
Als Dessert wollt ich eigentlich ein Mousse au Chocolat essen. Aber ich befürchte das verträgt sich nich mehr mit dem anderen Zeug was ich in mich reingestopft habe.
03:28
Der Sohn vom Paten ist ein uncharismatischer Schlaffi. Gibts im dritten Teil auch wieder einen Neuen oder isses da der gleiche Loser? Naja, vielleicht guck ich den morgen abend.
Ansonsten frohet neuet, ick jeh jetzt ins Bett. Nachti Nachti Herr Lehmann.
Dieses Jahr nun sollte ich Besuch bekommen. Der ist spontan krank geworden und so stand ich Freitag mittag ohne Planung da. Prima dachte ich, bleib ich halt zu Hause und guck Silvesterstadl.
So konnte ich guten Gewissens auch die Mitleidseinladung am Nachmittag ablehnen und mir Gedanken machen, was ich denn so mache wenn ich nix mache.
Heut mittag war ich einkaufen, schliesslich will ich ja was ordentliches essen und trinken. Und bei einem Streifzug durch die Filmabteilung von Saturn habe ich das Rahmenprogramm für heut abend erstanden. Der Pate 1 - 3 in der Schmuckbox.
Es ist 18:30, ich bin am Schwedenwinterbilder aufhübschen und schaue grossartige Konzertmitschnitte auf 3sat. Heute kamen schon die Beach Boys, Doobie Brothers, Eagles, Norah Jones und aktuell Queen ohne Freddy.
20:05
Ich beginne mit den Vorbereitungen für mein Abendessen. Die Avocados für die Guacamole sind zu hart, das pürieren macht es etwas besser. Dafür gelingt die Bohnencreme vorzüglich, ich habe diesmal frischen Koriander.
21:03
Bis eben haben mir T., T., und B. online Gesellschaft geleistet. T. hat sich nun doch dem Druck unterworfen, was zu machen. T. hat Besuch, schaut aber hin und wieder rein. Sagt er. B. befindet sich in einer anderen Zeitzone muss sich um seine Silvesterplanung erst in ein paar Stunden kümmern.
Als Vorspeise serviere ich mir getoastetes Schwarzbrot mit Aioli. Dazu gibts den Rest vom Wein von gestern, ein Temparanillo aus Trauben aus ökologischem Anbau, sehr angenehm.
21:06
Der Pate Teil 1 beginnt. Viel zu spät, so sitze ich bis morgens um sechs hier.
22:28
Essen ist fertig, lecker Nachos con Carne, mit Käse überbacken, dazu die Pampen und ein neuer Rotwein, ein sizilianischer Syrah.
Auf dem Hof zeigt ein Vater seinem schätzungsweise drei und fünf Jahre alten Kindern wie man Knaller schmeisst. Hoffentlich
Der Sohn vom Paten hat grad zwei Typen umgebracht. Nicht mal zu Ende essen durften sie. Dabei gabs in dem Laden das beste Kalbschnitzel der Stadt.
23:19
Ich kann nicht mehr. Dabei hab ich nicht mal die Hälfte von dem Zeug geschafft. Naja, wird ein schönes Frühstück morgen.
Don Vito hat Friede geschlossen mit dem Türken.
23:40
Der Don ist tot. Und ich geh jetzt gleich mal aufs Dach.
00:15
Der Deckel vom Dach ging sehr schwer auf. Sehen konnte man auch nicht viel. Ausser die ganzen anderen Menschen auf den anderen Dächern ringsherum.
Der Pate Teil 2 hat grad angefangen. Der kleine Vito muss aus Sizilien fliehen.

01:04
Warum is der ganze Film auf italienisch? Man muss die ganze Zeit hinschauen und die Untertitel lesen.
Die Knallerei geht mir aufn Sack, ich will ins Bett. Vielleicht schneid ich mir gleich noch die Haare.
01:48
Passiert da nochmal was in dem Film?
Ich trink jetzt Wodka Appelsaft.
Als Dessert wollt ich eigentlich ein Mousse au Chocolat essen. Aber ich befürchte das verträgt sich nich mehr mit dem anderen Zeug was ich in mich reingestopft habe.
03:28
Der Sohn vom Paten ist ein uncharismatischer Schlaffi. Gibts im dritten Teil auch wieder einen Neuen oder isses da der gleiche Loser? Naja, vielleicht guck ich den morgen abend.
Ansonsten frohet neuet, ick jeh jetzt ins Bett. Nachti Nachti Herr Lehmann.
Freitag, 30. Dezember 2005
Jaja, ich weiss, schon wieder Bus.
Etwas was es so wohl nur in Berlin gibt, sind quatschende Busfahrer. Typen mit Schnauzbärten, Pennerkante und Lederschlips, die an jeder Haltestelle die gleichen alten Witze und Kalendersprüche ablassen und sich für lustig und originell halten, bevorzugt morgens um kurz nach sieben, wo schweinegute Laune richtig toll ankommt.
An der Endhaltestelle am Hermannplatz also, er steht längst, sein Psalm: So meine Damen und Herren wir werden uns ja nich mehr sehn dies Jahr, ick wünsch ihnen wat und nen jutn Rutsch und, bleiben se Mensch!
Und im Nachsatz: Passense uff dasse nich ausrutschen, die Haltestellen sind alle nicht gefegt, da DIE den Kollegen nicht den Nachtzuschlag zahlen wollen.
Lautes Rufen von hinten aus dem Bus: Faules Pack!
Schöner hätt ichs auch nicht sagen können.
Etwas was es so wohl nur in Berlin gibt, sind quatschende Busfahrer. Typen mit Schnauzbärten, Pennerkante und Lederschlips, die an jeder Haltestelle die gleichen alten Witze und Kalendersprüche ablassen und sich für lustig und originell halten, bevorzugt morgens um kurz nach sieben, wo schweinegute Laune richtig toll ankommt.
An der Endhaltestelle am Hermannplatz also, er steht längst, sein Psalm: So meine Damen und Herren wir werden uns ja nich mehr sehn dies Jahr, ick wünsch ihnen wat und nen jutn Rutsch und, bleiben se Mensch!
Und im Nachsatz: Passense uff dasse nich ausrutschen, die Haltestellen sind alle nicht gefegt, da DIE den Kollegen nicht den Nachtzuschlag zahlen wollen.
Lautes Rufen von hinten aus dem Bus: Faules Pack!
Schöner hätt ichs auch nicht sagen können.
Donnerstag, 29. Dezember 2005
Schweinetaxe
Heute war es mal wieder so weit, ich fahre mit dem Zug. Und zwar nicht mit irgendeinem Zug sondern mit dem Regionalexpress. Früher hiess der Schweinetaxe und bestand aus zwei Triebwagen die so laut waren, dass man sein eigenes Wort kaum verstand.
Heute sind zwar die Wagen leiser, verstehen tut man sich aber immer noch nicht, weil alle 30 Sekunden eine Fanfare ertönt, die die Ankündigung des nächsten Haltes ankündigt, auf welcher Seite sich, Überraschung! diesmal der Ausstieg befindet, dass wir erst 12 Minuten Verspätung haben und wann der Schaffner Zugbegleiter kacken geht.
Ich gehe also zum Fahrkartenschalter und frage den Servicedrachen ob hier den auch Züge nach Berlin fahren (Ich befinde mich in Schwerin, der Rockin’ Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern). Sie schaut irritiert und nickt.
Gut, dann will ich da hin.
Sie grunzt mich an: Bahncard? Ich schaue freundlich fragend.
H a b e n S i e e i n e B A H N C A R D ???
Ist das verpflichtend?
Also keine.
Langsam fängts an Spass zu machen. Ich teile ihr mit, dass ich seit mindestens fünf Jahren nicht mehr Bahn gefahren bin (dass dies nicht ganz stimmt, muss kriegt sie nie raus!) und damit ja quasi Neukunde bin und ob es denn da nicht einen kleinen Begrüssungsrabatt gäbe. Entgeisterung springt mich an.
Wollen Sie mich verkackeiern (Mittelalte Frauen sagen immer verkackeiern, wenn sie meinen schelmisch zu sein)
Ich bleibe ernst.
Also ACHTUNGZWANZIGSECHZIG. Die Nachfrage was denn heut das vegetarische Menü ist, erspare ich mir und ihr.
Auf dem Bahnsteig fühle ich mich in einer Raum-Zeit-Verschiebung gefangen: Auf Gleis drei fährt ein der Regionalexpress nach Berlin. Abfahrt war 8:17. Es ist 8:23.
In einem Viehtransport kann es nicht viel unbequemer sein, es gibt natürlich keine Steckdosen (was mich und meinen Viereinhalbstundenpowerbookakku nur am Rande interessiert), die Toilette ist nicht zugänglich, der Schaffner schaut mich bei jedem Vorbeigehen so misstrauisch an als wäre ich Araber.
Dafür aber sind meine Mitreisenden echte Highlights, Doreen mit ihrer Tochter Chantal. Ich darf auf ihr Gepäck aufpassen während Sie den Snackautomaten suchen gehen als Chantal Hunger hat.
In Berlin hat es mal wieder geschneit, was Winterdienste und die BVG im Dezember mal wieder so überrascht, das alles zusammenbricht. Der Zug fährt nur bis Charlottenburg, 20 Minuten lang steht er rum ohne Ansage, dann der genuschelte Hinweis, dass irgendwas mit den Weichen nicht stimmt, man wisse nicht wann es weitergeht, aber freundlicherweise mache man die Türen auf, soll der Pöbel doch mit der S-Bahn weiterfahrn. Nachdem ich 3 Minuten ganz alleine sitze, beschliesse ich ebenfalls auszusteigen. Keine Minute nach Umsetzung des Beschlusses fährt er natürlich weiter...
Heute sind zwar die Wagen leiser, verstehen tut man sich aber immer noch nicht, weil alle 30 Sekunden eine Fanfare ertönt, die die Ankündigung des nächsten Haltes ankündigt, auf welcher Seite sich, Überraschung! diesmal der Ausstieg befindet, dass wir erst 12 Minuten Verspätung haben und wann der
Ich gehe also zum Fahrkartenschalter und frage den Servicedrachen ob hier den auch Züge nach Berlin fahren (Ich befinde mich in Schwerin, der Rockin’ Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern). Sie schaut irritiert und nickt.
Gut, dann will ich da hin.
Sie grunzt mich an: Bahncard? Ich schaue freundlich fragend.
H a b e n S i e e i n e B A H N C A R D ???
Ist das verpflichtend?
Also keine.
Langsam fängts an Spass zu machen. Ich teile ihr mit, dass ich seit mindestens fünf Jahren nicht mehr Bahn gefahren bin (dass dies nicht ganz stimmt, muss kriegt sie nie raus!) und damit ja quasi Neukunde bin und ob es denn da nicht einen kleinen Begrüssungsrabatt gäbe. Entgeisterung springt mich an.
Wollen Sie mich verkackeiern (Mittelalte Frauen sagen immer verkackeiern, wenn sie meinen schelmisch zu sein)
Ich bleibe ernst.
Also ACHTUNGZWANZIGSECHZIG. Die Nachfrage was denn heut das vegetarische Menü ist, erspare ich mir und ihr.
Auf dem Bahnsteig fühle ich mich in einer Raum-Zeit-Verschiebung gefangen: Auf Gleis drei fährt ein der Regionalexpress nach Berlin. Abfahrt war 8:17. Es ist 8:23.
In einem Viehtransport kann es nicht viel unbequemer sein, es gibt natürlich keine Steckdosen (was mich und meinen Viereinhalbstundenpowerbookakku nur am Rande interessiert), die Toilette ist nicht zugänglich, der Schaffner schaut mich bei jedem Vorbeigehen so misstrauisch an als wäre ich Araber.
Dafür aber sind meine Mitreisenden echte Highlights, Doreen mit ihrer Tochter Chantal. Ich darf auf ihr Gepäck aufpassen während Sie den Snackautomaten suchen gehen als Chantal Hunger hat.
In Berlin hat es mal wieder geschneit, was Winterdienste und die BVG im Dezember mal wieder so überrascht, das alles zusammenbricht. Der Zug fährt nur bis Charlottenburg, 20 Minuten lang steht er rum ohne Ansage, dann der genuschelte Hinweis, dass irgendwas mit den Weichen nicht stimmt, man wisse nicht wann es weitergeht, aber freundlicherweise mache man die Türen auf, soll der Pöbel doch mit der S-Bahn weiterfahrn. Nachdem ich 3 Minuten ganz alleine sitze, beschliesse ich ebenfalls auszusteigen. Keine Minute nach Umsetzung des Beschlusses fährt er natürlich weiter...
Mittwoch, 21. Dezember 2005
Etwas was die Vorweihnachtszeit zu einer der unangenehmsten Zeiten im Jahr macht, sind sogenannte Weihnachtsmärkte. Grossflächig wird jeden Strasse, in der sich mehr als drei Einzelhandelsgeschäfte aneinanderreihen, ab Mitte November mit groben braunen Bretterverhauen, "Buden" genannt, gepflastert. Die Höhle unter den Weihnachtsmärkten befindet sich in der Neuköllner Karl-Marx-Str.. Ist der Gehweg dort schon zu normalen Zeiten (wann sind die Zeiten in Neukölln schon normal) nicht sonderlich breit und gleicht einem Hindernislauf um unvermittelt Stehenbleibende (das ist sowas wie der Neuköllner Volkssport), bleibt einen nun nur noch ein schmaler Streifen. Lässt es sich nicht vermeiden und man muss sich wirklich dort an der Häuserwand entlang drücken, erschliesst sich eine Geruchskulisse die man so vorher nicht für möglich gehalten hat. Eine Mischung aus palästinensischem Flüchtlingslager, Alfred-Brehm-Haus und Großküche - verursacht durch stundenlang vor sich hin dünstenden Maiskolben, prima Nackensteaks vom Schwenkgrill, fast ohne Knorpel, mehlklumpige Champignonpfanne ohne Geschmack, sowie Zuckerwatte mit der Konsistenz von Stahlwolle. "Essen" wird aber nur aus einem Teil der Baracken heraus verkauft, etwa ein Drittel verhökert echt erzgebirgisches Kunstgewerbe Made in China.
Richtig Umsatz machen allerdings nur die Schuppen, die das verkaufen was echte Neuköllner wirklich wollen: Sachen die glitzern, die man aufs Händi kleben kann und Klamotten mit Camouflage-Aufdruck.
Was hat das nur mit Weihnachten zu tun, würde mein Grossvater selig fragen. Glücklicherweise haben aber wenigstens die Busahrer in Neukölln noch Gespür für stilvolle Dekoration:

In diesem Sinne, frohet Fest:-)!
Richtig Umsatz machen allerdings nur die Schuppen, die das verkaufen was echte Neuköllner wirklich wollen: Sachen die glitzern, die man aufs Händi kleben kann und Klamotten mit Camouflage-Aufdruck.
Was hat das nur mit Weihnachten zu tun, würde mein Grossvater selig fragen. Glücklicherweise haben aber wenigstens die Busahrer in Neukölln noch Gespür für stilvolle Dekoration:

In diesem Sinne, frohet Fest:-)!
Dienstag, 20. Dezember 2005
Kleiner Gourmettip vom Godfather der Fernsehköche Johann Lafer:
Pfeffer nicht in der Mühle mahlen sondern mit Mörser und Stössel zerreiben bis der gewünschte Grad an Feinheit erreicht ist. So werden nämlich ganze Pfefferkörner zerrieben und die enthaltenen ätherischen Öle tragen zum Aroma des Essens bei und verflüchtigen sich nicht, so wie bei den zwangsweise immer vorhandenen halbgemahlenen Körnern in einer Mühle.
Klappt prima, ein vollkommen neues Pfeffergefühl, danke Johann!
Anmerkung von Tobias B. aus B. an der S., der sich weigert die Kommentarfunktion in Blogs zu benutzen: Das war nicht Johann Lafer, das war Rainer Sass, der Underdog unter den Fernsehköchen. Lafer hat den gestossenen Pfeffer nur anschliessend für seine Gans benutzt.
Danke Rainer!
Pfeffer nicht in der Mühle mahlen sondern mit Mörser und Stössel zerreiben bis der gewünschte Grad an Feinheit erreicht ist. So werden nämlich ganze Pfefferkörner zerrieben und die enthaltenen ätherischen Öle tragen zum Aroma des Essens bei und verflüchtigen sich nicht, so wie bei den zwangsweise immer vorhandenen halbgemahlenen Körnern in einer Mühle.
Klappt prima, ein vollkommen neues Pfeffergefühl,
Anmerkung von Tobias B. aus B. an der S., der sich weigert die Kommentarfunktion in Blogs zu benutzen: Das war nicht Johann Lafer, das war Rainer Sass, der Underdog unter den Fernsehköchen. Lafer hat den gestossenen Pfeffer nur anschliessend für seine Gans benutzt.
Danke Rainer!
Mittwoch, 14. Dezember 2005
Leute gucken III
Ein nicht näher gekennzeichnetes Schnellrestaurant, obere Etage, stilvoll ausgeleuchtet in Neon, Pärchenromantik am Nachbartisch. Vor sich die Überbleibsel des gemeinsamen Mahls, er bohrt und fummelt nach Resten des gleichen sehr öffentlich in seinem Mund rum, erstaunlich wie viel Hand da rein geht. Sie rutscht auf ihrem Stuhl immer weiter nach hinten, ihr Gesichtsausdruck beschreibt stumm den empfundenen Ekel.
Er ist fertig mit wühlen, schaut sie sehr verliebt an, wollen wir los Schatz?
Er ist fertig mit wühlen, schaut sie sehr verliebt an, wollen wir los Schatz?
Leute gucken I
Juchu denke ich, als der zottelige Herr mit Gitarre in die Bahn steigt, endlich mal wieder Musik. Allerdings spielt er noch schlechter als er aussieht, was ihm wohl auch bewusst ist, schliesslich versucht er qualität durch quantät wettzumachen und spielt volle drei stationen. Die Strafe folgt auf dem Fuss, natürlich gibt’s kein Geld. Ein kurzer Hoffnungsschimmer als ein dicker Mann mehrere Momente in seiner Innentasche nestelt, dann aber doch nur sein brummendes Handy vorholt.
Leute gucken II
Samtag früh in der U-Bahn, die übliche Mischung aus Frustrierten, die zur Arbeit müssen und abgetanzten Nachtschwärmern, denen man die Sehnsucht nach ihrem Bett deutlich ansieht.
Sie sitzt, die Augen geschlossen, die Füße auf dem Sitz gegenüber, wiegt leicht den Kopf zu imaginärer Musik, hin und wieder huscht ihr ein verzücktes Lächeln übers Gesicht, oh what a night.
Sie sitzt, die Augen geschlossen, die Füße auf dem Sitz gegenüber, wiegt leicht den Kopf zu imaginärer Musik, hin und wieder huscht ihr ein verzücktes Lächeln übers Gesicht, oh what a night.
Freitag, 2. Dezember 2005
Heute habe ich meinen Freund Börries vom Flughafen abgeholt. Ich mag Flughäfen, gerne auch wenn ich nicht verreise, da gibts immer viele lustige Leute zu sehen. Ist mal was anderes als immer nur in Supermärkten rumgucken:)
Weil auf der Stadtautobahn aber recht voll war, hab ichs grad rechtzeitig zur Landung geschafft, aber auch rechtzeitig zu Aufmarsch von Menschen bekannt aus Funk und Fernsehen, ein Schauspieler der einem verdammt bekannt vorkommt, aber an dessen Namen man sich nie erinnert weil er immer nur schmierige Kleingangster spielt, dann spazierte Cherno Jobatey vorbei und ich habe mich dabei erwischt wie ich nach seinen Schuhen geschaut habe.
Erstaunt war ich etwas als Horst Seehofer, seines Zeichens Minister für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, nur in Begleitung seines Taschenträgers, die Gänge lang eilte.
Das alles war aber nichts gegen das was nun folgen sollte. Aus der Sicherheitsschleuse trat James Bond! Ein bisschen alt ist er geworden, er trug auch keinen Anzug sondern Parker und er benutzte wohl auch seinen Decknamen Sean Connery. Ich nestelte nach meinem Telefon um irgendwie ein Bild zu versuchen aber das Gedränge um ihn herum war zu gross, ich zu nervös und er zu schnell bei seiner Limousine, so dass ihr wohl meinen Worten glauben müsst (oder der Berliner Morgenpost)!
Weil auf der Stadtautobahn aber recht voll war, hab ichs grad rechtzeitig zur Landung geschafft, aber auch rechtzeitig zu Aufmarsch von Menschen bekannt aus Funk und Fernsehen, ein Schauspieler der einem verdammt bekannt vorkommt, aber an dessen Namen man sich nie erinnert weil er immer nur schmierige Kleingangster spielt, dann spazierte Cherno Jobatey vorbei und ich habe mich dabei erwischt wie ich nach seinen Schuhen geschaut habe.
Erstaunt war ich etwas als Horst Seehofer, seines Zeichens Minister für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, nur in Begleitung seines Taschenträgers, die Gänge lang eilte.
Das alles war aber nichts gegen das was nun folgen sollte. Aus der Sicherheitsschleuse trat James Bond! Ein bisschen alt ist er geworden, er trug auch keinen Anzug sondern Parker und er benutzte wohl auch seinen Decknamen Sean Connery. Ich nestelte nach meinem Telefon um irgendwie ein Bild zu versuchen aber das Gedränge um ihn herum war zu gross, ich zu nervös und er zu schnell bei seiner Limousine, so dass ihr wohl meinen Worten glauben müsst (oder der Berliner Morgenpost)!
Nachdem ich die kommende Berühmtheit vor geraumer Zeit ja schon angekündigt hatte, ist es jetzt endlich so weit. Die geneigte Leserschaft kann anbei das Ergebnis betrachten. Wahrscheinlich kann ich jetzt nicht mehr unerkannt nach Korea reisen. Aber keine Sorge, ich bleibe auf dem Boden und vergess euch nicht!
Samstag, 26. November 2005
Öffentlicher Verkehr IV
U1 zwischen Kurfürstenstr. und Schlesische Str.
Diskussion (leicht verkürzt) eines Paares, sie geschätzte 14, besonderes Kennzeichen ein großer rosa Schmetterling im Haar. Er geschätzte 17, Typ langweiliger Durchschnitt, vielleicht ein bisschen zu lang auf der Sonnenbank.
Opfer!
Du Opfer!
Fick Dich
Opferkind
Opfer
Opfer
Hurenkind
Don't touch me!
Ich geh rüber, anderen Wagen, da is Party
Geh doch, Opfer
Mach ich auch Opferkind
Selber Opfer
Geh dich ficken
Opfer
Opfer
Opferkind
Hure
Don`t touch me
Touch me
Opfer
selber Opfer
Kann ich heut bei dir pennen?
Nee, meine Eltern. Und mein Bett is so eng
Pennen wir aufm Boden
Nee du Opferkind
An diesem Punkt muss ich leider aussteigen und ich hab mich auch nicht getraut zu fragen ob ich sie fotografieren darf, ich befürchtete, sie würden den Anschluss in ihrer Debatte nicht mehr finden.
Diskussion (leicht verkürzt) eines Paares, sie geschätzte 14, besonderes Kennzeichen ein großer rosa Schmetterling im Haar. Er geschätzte 17, Typ langweiliger Durchschnitt, vielleicht ein bisschen zu lang auf der Sonnenbank.
Opfer!
Du Opfer!
Fick Dich
Opferkind
Opfer
Opfer
Hurenkind
Don't touch me!
Ich geh rüber, anderen Wagen, da is Party
Geh doch, Opfer
Mach ich auch Opferkind
Selber Opfer
Geh dich ficken
Opfer
Opfer
Opferkind
Hure
Don`t touch me
Touch me
Opfer
selber Opfer
Kann ich heut bei dir pennen?
Nee, meine Eltern. Und mein Bett is so eng
Pennen wir aufm Boden
Nee du Opferkind
An diesem Punkt muss ich leider aussteigen und ich hab mich auch nicht getraut zu fragen ob ich sie fotografieren darf, ich befürchtete, sie würden den Anschluss in ihrer Debatte nicht mehr finden.
Freitag, 25. November 2005
Öffentlicher Verkehr III
U7 zwischen Gneisenaustr. und Südstern, zu sehen ist das übliche Rumgepöbel zwischen zwei als Gangstarapper verkleideten jungen Menschen unbekannter Herkunft. Plötzlich hält einer der Lümmel inne, packt sein Telefon aus, macht damit Musik an und sagt zu seinem Homie, guck isch muss dir was zeigen, ich hab den vollkrassen Move jetzt drauf und fängt an in einer Art und Weise zu tanzen die mich eher an Jeanette Biedermann erinnert, denn an die coolen Jungs vor den brennenden Mülltonnen in South Central, L.A. Der andere zuckt etwas mit, berührt den Tänzer zufällig an der Hand und zuckt zurück: Du hast ja voll rauhe Hände, musst du mal cremen!
Öffentlicher Verkehr II
Heute ist Jan Ulrich auf der Kochstrasse an mir vorbeigefahren, ohne Licht. Aber einen Helm hatte er auf.
Mittwoch, 23. November 2005
Öffentlicher Verkehr I
S-Bahn Richtung Spandau, kurz vorm Zoologischen Garten, neben mir sitzt Ralf Regitz oder jemand der ihm verdammt ähnlich sieht, sein Rad versperrt zusammen mit einem anderen das jemand gehört den ich nicht kenne den Durchgang. Wegen einer kaputten Tür muss ein älteres russisches Ehepaar aber vorbei. Nu, sagt die Frau mit schwerem Dialekt, machst du Platz? Ralf guckt irritiert was die dicke Frau von ihm will und beschliesst sie zu ignorieren. Die dicke russische Frau gibt ihrem Mann einen Wink - der sich seinerseits nun wie ein T-34 auf dem Weg zur Reichskanzlei seinen Weg durch die Enge bahnt. Sie stolziert hinterher und bedenkt Ralf mit einem russischen Fluch - leider verstehe ich den mal wieder nicht, wohl auch weil meine Aufmerksamkeit inzwischen der jungen Frau neben mir gilt, bzw. dem Buch was sie liest: "Die Royals - Glanz und Elend einer englischen Familie" Bevor wir aber über meine ehemalige Lieblingsprinzessin Diana ins Gespräch kommen können, muss ich leider aussteigen.
Dienstag, 22. November 2005
Eines meiner grössten Trauma ist es zu verschlafen. Weniger als zwei Wecker habe ich nie an, bei besonders wichtigen Anlässen kommt auch noch das Wecker-Plugin von iTunes dazu.
Nach einer kurzen Nacht und einem etwas anstrengenden Tag lege ich mich am späten Nachmittag ab, Weckzeit 80 Minuten später.
Irgendwann wache ich auf, bin irritiert, höre aus dem Radio die Stimme meiner Lieblingsvormittagsradiomoderatorin und denke Scheisse! Durchgeschlafen! Ich habe Saschas Hühnersuppe verpasst!
Nach einer kurzen Phase der Desorientierung stelle ich fest dass es draußen immer noch dunkel ist, dass Marion Brasch diese Woche den Abend moderiert. Nur mit der Hühnersuppe wurde es nix, da der Sascha nach ungefähr 3 Monaten jeden Montag die nicht mehr mehr sehen kann. Deswegen gabs Stulle. Das wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Nach einer kurzen Nacht und einem etwas anstrengenden Tag lege ich mich am späten Nachmittag ab, Weckzeit 80 Minuten später.
Irgendwann wache ich auf, bin irritiert, höre aus dem Radio die Stimme meiner Lieblingsvormittagsradiomoderatorin und denke Scheisse! Durchgeschlafen! Ich habe Saschas Hühnersuppe verpasst!
Nach einer kurzen Phase der Desorientierung stelle ich fest dass es draußen immer noch dunkel ist, dass Marion Brasch diese Woche den Abend moderiert. Nur mit der Hühnersuppe wurde es nix, da der Sascha nach ungefähr 3 Monaten jeden Montag die nicht mehr mehr sehen kann. Deswegen gabs Stulle. Das wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Mittwoch, 16. November 2005
Ich war Brot kaufen, laufe nach Hause, die Strasse, ein Schulweg, voller junger Pisaversager. Mir kommen zwei Mädchen entgegen, sie brüllen einem Jungen offensichtlich nichtdeutscher Herkunft, der grade an mit mit dem Rad vorbeifährt, entgegen dass Sport ausfällt wegen Regen, er entgegnet, ihr lügt, es regnet nicht!
Daraufhin schreien sie ihm etwas unverständliches hinterher und brechen in spontanes Gekicher aus. Sie bemerken mich und meinen irritierten Blick und eine sagt, dass hat mir seine Schwester beigebracht, das ist türkisch und heisst du doofer Arsch!
Schön dass Integration so einfach sein kann.
Daraufhin schreien sie ihm etwas unverständliches hinterher und brechen in spontanes Gekicher aus. Sie bemerken mich und meinen irritierten Blick und eine sagt, dass hat mir seine Schwester beigebracht, das ist türkisch und heisst du doofer Arsch!
Schön dass Integration so einfach sein kann.
Montag, 14. November 2005
Samstag, 12. November 2005
Auf Achse
Ich hatte es mir so toll vorgestellt, ich aufm Bock als König der Landstrasse Franz Mersdonks Bruder im Geiste, Günther Willers fährt sicher hinter mir.OK, das ein vollgeschmierter 7,5-Tonner nicht soviel hermacht wie eine 600-PS Zugmaschine, war mir schon klar aber wenigstens hatten wir Anrecht auf all die Fernfahrerannehmlichkeiten in der Truckerlounge auf der Fähre Richtung Schweden, Gratisbier in Strömen, riesige Schnitzel mit Pommes, nackte Weiber, Musik von Truckstop oder wenigstens Gunther Gabriel....nun ja, die Realität holt einen ja schnell wieder ein. Zwar war das Essen im Preis enthalten, genauso wie die Kabine, verheissungsvoll gabs sogar einen Voucher für EIN Bier, als wir aber in der Lounge ankamen mussten wir ernüchtert feststellen, dass es keine räumliche Trennung gab zwischen dem Pöbel – PKW-Touristen, Busreisegruppen und sogar Fußgängern – und uns und unseren Kollegen.
Als wir uns damit abgefunden hatten kam der nächste Schlag ins Gesicht. Das Fernfahrerbuffet war zwar dem Anschein nach reichhaltig, allerdings gar kein wirkliches Buffet, es gibt nämlich nur einen Teller voll und den darf man sich nicht einmal selbst vollmachen sondern man dirigiert einen Küchenknecht, der grundsätzlich zuviel Sosse auf den Teller kippt und immer die kleinsten Stücken Fleisch raussucht (Ich glaube ja, dass die großen Stücken nur zur Dekoration dort liegen, als Unterlage für die appetitlichen Zitronenscheiben). Die größte Schmach allerdings hatten sie sich für den Schluß aufgehoben. Voller Vorfreunde hatten wir uns aus dem Kühlregal ein RoPi (Für Aussenstehende: Rostocker Pilsner) gegriffen, voller Stolz wedelten wir mit unseren gelbleuchtenden Mealvouchern inklusive ein Bier oder ein alkoholfreies Getränk, bahnten uns den Weg zur Kasse und wurden gedemütigt. Der Kassenrochen wies uns mit schnarrender Stimme zurecht, zum LKW-Fahreressen gibt’s nur alkoholfreies Bier. Da es den anderen Jungs auch so ging, bzw. die ja schon seit Jahren so vor den Kopf gestossen werden, war die Stimmung natürlich entsprechend mies. Die meisten sassen rum starrten gedankenverloren in die Luft, stocherten in der etwas zu festen Götterspeise herum und rauchten.
Also blieb uns nichts weiter übrig als ins Bett zu gehen, wir standen ja so ein bisschen unter dem Druck mit allen anderen die Fähre zu verlassen und das Frühstück wollten wir ja auch nicht verpassen. Und das hat dann wieder ein wenig entschädigt für das Abendessen, das Rührei war einfach grandios und man konnte sich soviel gebratenen Speck wie man wollte drauftun.
Dann aber gings los, runter vom Kahn, auf die schwedische Landstrasse, in noch stockfinsterer Nacht. Und was folgen sollte war der so ziemlich schönste Sonnenaufgang den ich in meinem Leben bisher gesehen habe, ein Himmel der von tiefnachtdunkel über sattleuchtendorange zu klarleuchtendblau mit Sonne wechselte, dazu in harten Gegenlicht die wunderbare schwedische Landschaft, knorrige Bäuume auf geernteten Feldern, Windmühlen und die bunten Häuser allerorten.
Auch die folgenden Tagen überwältigten mich mit einer Pracht wie ich es nicht erwartet hätte. Einen kleinen Eindruck vermitteln die Bilder hier.
Und mit der christlichen Seefahrt wurden wir auch wieder versöhnt. Das Schiff zurück hatte nämlich eine schwedischen Besatzung und einen deutlich besseren Koch. Man konnte aus ungefähr 12 Sorten Fleisch wählen, überflüssige Gemüsebeilagen gab es nicht, dafür herrliche Bechermelkartoffeln.
Dafür war die Nacht ein Graus, es war hohe See und das Schiff schaukelte wie ein alter Seelenverkäufer. Zudem hatte ich in unserer Zwei-Mann-Kajüte das obere Bett und wenn man versucht sich festzuhalten und dabei einzuschlafen, vernachlässigt man entweder das eine oder das andere. Entweder schläft man ein und rumpelt weniger später durch die Gegend, oder man liegt stabil, schläft aber nicht. Ein Teufelskreis.
Und natürlich ist die Autobahn von Rostock nach Berlin frühmorgens auch nur ermüdend und kein Stück interessant. So aber hatte ich wenigstens den Anschein einer Ahnung wie sich ein Brummifahrer nach 30 Stunden auf dem Bock fühlt...
Freitag, 4. November 2005
berg
Wieder einmal ist es Zeit Dank zu sagen an Frollein K., die mich vor kurzem ermahnt hat, doch dringend den Newsletter der von mir auch schon seit vielen Jahren geschätzten Sibylle Berg zu abonnieren.
Wann immer eine Mail von ihr eintrifft, befällt mich seltsamerweise das Gefühl des spontanten Überraschtseins, gefolgt von tiefer Dankbarkeit darüber, an den Weisheiten von Frau Berg teilhaben zu dürfen.
Wenn das noch nicht deutlich genug war, husch husch, ab auf die Seite, auf das erste Tier drücken und in den Verteiler eingetragen, ihr werdet es nicht bereuen!
Wann immer eine Mail von ihr eintrifft, befällt mich seltsamerweise das Gefühl des spontanten Überraschtseins, gefolgt von tiefer Dankbarkeit darüber, an den Weisheiten von Frau Berg teilhaben zu dürfen.
Wenn das noch nicht deutlich genug war, husch husch, ab auf die Seite, auf das erste Tier drücken und in den Verteiler eingetragen, ihr werdet es nicht bereuen!
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