Donnerstag, 6. Oktober 2005

Sie sind überall! (mal wieder)

Es ist mal wieder an der Zeit, hier ein dunkles Geheimnis auszuplaudern. Ich habe Angst vor Autokennzeichen. Nicht vor allen zum Glück und eigentlich auch mehr vor den dazugehörigen Fahrzeugen und den Fahrern. Sobald jemand mit B-EV oder EU-... vor mir fährt, werde ich nervös, halte Abstand, überhole oder lasse schnell überholen.
Vor kurzem habe ich entdeckt, dass mich auch LEV-... beunruhigt.
Seit einer Woche liegt unterm Hochbahnpfeiler Skalitzer Ecke Wiener eine Taube. Schöner wird sie seitdem nicht. Machen Tauben eigentlich Winterschlaf?

Dienstag, 4. Oktober 2005

Sie hat gar nicht gebohrt! (Doch hat sie)

Ich war beim Zahnarzt. Natürlich weil ich Zahnschmerzen hatte, einen anderen Grund gab es für mich bisher nicht, dieses Märtyrium über mich ergehen zu lassen. Allerdings hat es sich mein Widerwillen ein ganz kleines bisschen gelegt, seit ich seit letztem Jahr zur großartigsten Zahnärztin der Welt gehe, auf Empfehlung von Herrn Dr. B..
Die Frau hat es erstens geschafft, mich davon zu überzeugen, das Zahnarztbetäubungsspritzen nichts mit mörderischen Monsterblutabnehmekanülen zu tun haben, kaum zu spüren sind und die ganze Angelegenheit für alle Beteiligten deutlich vereinfacht. Und zweitens hat sie diesen charmant-verächtlichen Zug um die Mundwinkel, der mich sehr schnell dazu bringt, mich mit meinen Zickereien, Protesten und Time-Outs sehr zurückzuhalten.
Heute war es so wenig schlimm, daß die Vorstellung, da nächste Woche wieder hinzugehen um die gammlige Kauleiste ein wenig aufzupolieren, nahezu keinen Widerwillen ausgelöst hat.

Ein Glück übrigens, dass ich das hier nicht auf Papier schreiben muss, dann wären da nämlich einige große Sabberflecken drauf. Meine linke Gesichtshälfte ist nämlich immer noch taub, so dass immer wenn ich den Mund aufmache ein bisschen was rausschlabbert:-)

Und morgen schreib ich euch vielleicht was über meinen Gehirntumor.

Sonntag, 2. Oktober 2005

Schön dass CIAO jetzt endlich auch mal Holocaust-Mahnmale auf ihre Tauglichkeit als Reiseziele untersucht und verglichen hat.

Samstag, 1. Oktober 2005

Alter Väter Sitten

Heute war ich damit beschäftigt, einen dicken Stapel Blätter zu zählen, dabei fiel mir die lange nicht mehr gesehene und schon gar nicht verwendete Sitte des Fingeranleckens beim Umblättern wieder ein.
Schade, dass das so aus der Mode gekommen ist, dabei isses enorm praktisch, wie ich feststellen konnte, kein nervöses rumgefingere, keine ewigen Versuche mehr, bis man das Blatt nun endlich hat. Einfach die Zeigefingerspitze etwas ansabbern und jedes noch so dünne Blatt lässt sich sofort greifen. Warum macht das nur niemand mehr?

Freitag, 30. September 2005

Easy Rider

I
Eine Kreuzung auf der Leipziger Str., ich warte auf dem Rad an der Ampel auf Grün, neben mich stellt sich ein älterer Herr, ebenfalls auf dem Rad. Er steht und klingelt, einmal, zweimal, dreimal, dauerhaft. Ich schaue ihn irritiert an, er bemerkts, schreit mich an: ICH HÖRE NICHTS!!! Na denn, denke ich, und fange an zu klingeln.

II
Wenig später am S-Bhf. Prenzlauer Allee, hektisches Freitagnachmittagsgewusel, Menschen strömen, belegen auch den Radweg auf dem nun ein Typ angebrettert kommt, eine Hand am Lenker, mit der anderen will er wohl wild winkend die Leute verscheuchen, dazu brüllt er: Weg da oder ihr seid des TEUFELS!

Mittwoch, 28. September 2005

Oans, Zwoa...


Klicken für mehr!
Ich habe es getan, ich war in München auf dem Oktoberfest.
Enttäuschung 1: Die Wiesn ist gar keine Wiese sondern ein ziemlich großer betonierter Platz, mitten in der Stadt (Was vielleicht auch ein bisschen die relative Wohnungsknappheit in München erklärt, wenn man eine riesige Fläche elf Monate im Jahr brach liegen lässt und im zwölften als Trinkerversammlungsstätte nutzt, anstatt sie zu bebauen und zwar mit Häusern die mehr als zwei Etagen haben, denn das ist wohl der andere Grund für fehlenden Wohnraum). Enttäuschung 2: Auf dem Oktoberfest bedienen auch Männer und nicht alle Bedienungen heißen Resi. Aber wenigstens tragen sie alle Dirndl (also die Männer natürlich nicht, die heißen Manfred und tragen Lederhose und Strickweste).
Zunächst kam ich mir ja ein bisschen verarscht vor, als ich Samstag in München auf dem Hauptbahnhof ankam und die Frauen und Männer in Dirndl und Seppelhosen eindeutig in der Überzahl waren. Wenn man sich aber da dran gewöhnt und ein paar von den Kleidern aus der Nähe betrachtet hat, stellt man fest, dass es kaum eine Frau gibt der so etwas nicht steht und die Vielfalt beeindruckend ist.
Mein lieber Freund Torsten hat mit seiner Planung für unser Wochenende auch dafür gesorgt, dass ich möglichst viele Dirndl zu sehen bekomme und meine Studien unter optimalen Bedingungen fortsetzen konnte.
Sonntag morgen um halb elf mit dem Biertrinken anzufangen, klingt anfangs vielleicht etwas verkommen, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Schließlich sind wir ja in München, da ist das so üblich und ausserdem sitzen wir im Paulaner-Zelt und die tollste Oktoberfestbedienung Jenny wäre ziemlich irritiert und besorgt um ihr Trinkgeld, würden wir Kirsch-Banane-Saft und schwarzen Tee bestellen.
Um es ein wenig abzukürzen, irgendwann zwischen der fünften und der sechsten Maß habe ich wohl meine kritische Distanz verloren, da wechselten wir gerade vom Paulaner- ins Hacker-Zelt. Daß man alle paar Minuten anstößt, mit allen Menschen die im näheren Umfeld sitzen, meistens auf Befehl der Kapelle (Ein Prosit ein Prosit .... bekannt aus der Wiesn-Liveberichterstattung im Bayrischen Rundfunk), daran hatte ich mich gewöhnt, das ab 18 Uhr alle Menschen anfangen auf die Bänke zu steigen, rumzuhüpfen und ganz ganz schlimme Lieder mitzugrölen (bekannt aus den RTL2-Reportagen), damit hatte ich nicht mehr gerechnet, wog mich die beschauliche Idylle im Paulaner-Zelt doch in trügerischer Sicherheit.
Noch weniger rechnete ich aber damit, dass ich mich daran beteiligen und auch noch Spaß dabei haben würde. Zu meiner Verteidigung muß ich anmerken, dass ich die ganz schlimmen Lieder aber ausgelassen und währenddessen durchs Zelt gewandert bin und mich meinen Dirndl-Studien gewidmet habe.
Da die Theresienwiese mitten in der Stadt liegt und um 23 Uhr Schicht ist, kommt man auch noch prima nach Hause um seinen Rausch auszuschlafen und am nächsten Tag wieder fit zu sein. Denn während der drei Wochen Wiesnzeit geht in München niemand arbeiten, alle sind am feiern. Und weil wir uns den einheimischen Sitten und gebräuchen nicht verschliessen wollten, sind wir natürlich am Montag auch nochmal gegangen, diesmal wurden wir auch mit den Widrigkeiten der Platzsuche konfrontiert aber schliesslich fanden wir unseren Platz direkt neben der Kapelle an einem Tisch der hässlichsten Oktoberfestbedienung (die so hässlich war, dass ich mir nicht mal ihren Namen gemerkt habe. Und ausserdem war sie ziemlich doof, warum hab ich aber vergessen). Und wenn ich dachte, Sonntag wär was los gewesen, dann wurde ich hier eines besseren belehrt. Sehr ausgelassene Fröhlichkeit, die erstaunlicherweise nicht aufgesetzt wirkte, sehr ansteckend war und mich wiederum dazu verleitete, auf der Bank zu stehen, mitzugrölen und rumzuwippen und wenigstens einen Arm in die Luft zu recken.
Insgesamt kann ich feststellen, das ich entgegen allen Erwartungen ziemlich angetan bin von der Fröhlichkeit und Ausgelassenheit und der Authentizität der Veranstaltung und es wohl ziemlich schade wäre, wenn man sich in München entschliessen würde, die Wiesn doch mit Wohnungen zu bebauen.

Mittwoch, 21. September 2005

Gas

In meiner Wohnung riecht es nach Gas. Festgestellt habe ich das gestern zum ersten Mal. Nicht so stark, als dass es mich davon abgehalten hätte, den Herd zu benutzen. Irgendwann hab ichs auch vergessen. Als ich heut nach Hause gekommen bin, hab ichs wieder gemerkt. Mein Besuch hat bestätigt, es riecht. Also ruf ich den zuständigen Serviceonkel meiner Wohnungsbaugesellschaft an, Herrn S. Der hat gleich Feierabend, das merkt ich da dran, dass er mir heftig einreden will, dass er dafür nicht zuständig sein, sondern die GASAG. Erfahren im Umgang mit solchen Menschen ringe ich ihm die Zusage ab, dass er den Hauswart, Herrn W. mal vorbeischickt. Der kommt auch wenig später und ist mindestens genauso ungehalten wie Herr S., er hatte wohl auch schon Feierabend. Dit is kee Jas, sagt er, dit is von die Farbe eene tiefa. Die Wohnung wurde grad neu gestrichen. Herr W. ist starker Raucher, mein Vertrauen in sein olfaktorisches Beurteilungsvermögen ist nicht gerade groß. Aber mich auch noch vor den Herren vom GASAG-Notdienst als Memme zu blamieren hab ich auch nicht.
Über Gasexplosionen wird ja immer recht umfangreich berichtet. Ihr wisst also wenn ich recht hatte.

Dienstag, 13. September 2005

Die gelbe Gefahr

Heute wirkt die Partei Ralf Dahrendorfs, Thomas Dehlers und Karl-Hermann Flachs wie eine Prostituierte, die nach Mitternacht noch einen Freier braucht, um die Zimmermiete zu zahlen und über eine unendliche Reihe von Demütigungen und Selbstkasteiungen mit verkrampften Backenknochen ihr zahnloses Westerwellegrinsen grinst. Aber die FDP ist heute so frei, dass sie nicht mehr weiß, wozu sie da ist.

Ein schöner und ich befürchte sehr wahrer Artikel über die FDP findet sich bei telepolis, dem Magazin für Netzkultur, *klick*

Sonntag, 11. September 2005

Die Schlacht


Seit einigen Jahren gibt es ein Ereignis in Berlin, das wohl in keinen Touristenführer steht und was man wohl auch niemandem so recht erklären kann. Es handelt sich um die Schlacht zwischen den Bezirken Kreuzberg und Friedrichshain (dass die seit der Bezirksgebietsreform vor ein paar Jahren verwaltungtechnisch zusammengehören, interessiert niemand) die auf der Oberbaumbrücke, der einzigen Verbindung zwischen den Bezirken, ausgetragen wird. Um es vorwegzunehmen, traditionellerweise gewinnt immer Friedrichshain, weswegen die Siegesfeier auch schon am Abend zuvor stattfindet.
Unter Aufsicht der Polizei versammeln sich auf jeder Seite mehrere hundert Menschen in wilden Verkleidungen um sich erstmal längere Zeit mit altem Obst, Gemüse und Fischen zu bewerfen. Irgendwann dann drängt der Friedrichshainer Mob den Kreuzberger Pöbel mit Hilfe der Schlachtrufe NIE WIEDER KREUZBERG und OST OST OSTBERLIN zurück bis zur Schlesischen Str. wo das ganze ein jähes Ende an einer Barriere aus Wannen findet.

Wo ist dein Schild?

Ich war heute auf dem Trödelmarkt. Nee, nicht so rumlaufen, gucken, anfassen, nix kaufen sondern auf der anderen Seite, beim verkaufen. Nach ein bisschen Zögern habe ich meinen Vater begleitet, der sonst alleine dort hätte stehen müssen.

Flohmarkt ist ja vor allem eines: Typenrally. So viele seltsame, skurile und bemerkenswerte Menschen sieht man nicht oft auf einem Haufen. Morgens als erstes kommen die alten Männer, die Sammler, von Tintenfässchen über Militaria bis zu Rasiermessern wird nach allem Ausschau gehalten, immer mit so einer bestimmten Attitüde, die einem wohl vermitteln soll, dass man eigentlich dankbar zu sein hat dass er den Kram nun mitnimmt, wo es doch eigentlich gar nichts wert ist. Zwischendurch kommen immer wieder die Quatscher, Leute die scheinbar nur kommen um bei der ersten besten Gelegenheit ihre komplette Lebensgeschichte auszubreiten. Die aber leider meistens nicht so interessant ist um damit die Belästigung zu entschuldigen.

Zur Kaffeezeit schliesslich kommen die Frauen mittleren Alters, die Gläschen, Tässchen, Döschen sammeln. Bezahlen tun sie mit einer Drehung, zum Gatten hin nämlich, der hinter ihnen steht und umgehend die Brieftasche zückt.

Zwischendurch steht eine Frau bei uns am Stand, guckt und guckt und zeigt auf etwas und fragt ob das zu verkaufen ist. Nein, wir mieten hier einen Stand um unseren Hausstand auszustellen und eigentlich kostet es auch Eintritt. Hier ist dein Schild.

Samstag, 10. September 2005

Doch so schnell

Ich hätte es mir denken können, wenns um Eis geht, sind bestimmt Personen nicht zu bremsen. Die liebe Lina hat unter Einsatz raffiniertester technischer Mittel, wahrscheinlich sogar mit Scripten, den Jubiläumsabruf geschafft. Ich hoffe nur, dass ihr klar ist, dass es das Eis nur in Berlin gibt:-)

Konfetti!

Bald bald ists soweit, mein Blog wird zum eintausendsten Mal aufgerufen werden. Auch wenn ich die Hälfte der Besuche wahrscheinlich selbst verursacht habe, ist es trotzdem eine nette Zahl. Dem Jubiläumsbesucher winkt, sofern die Identifizierung möglich ist, namentliche Erwähnung und ein Eis.

Abt. Kunst und Freundlichkeit


Diese lustigen Bildchen finden sich seit ein paar Tagen an vielen Stellen in meiner Hood, keine Schrift, kein Hinweis auf den Urheber oder die Urheberin, ich gehe davon aus und hoffe, dass ein freundlicher Mensch sein sonniges Gemüt teilen möchte. Vielleicht male ich morgen mal eine Sonne aus.

Beobachtung II: Integration

Freitag Mittag, Görlitzer Park, die Sonne brennt, auf einem Fahrrad sitzt eine ältere türkische Frau in Mantel und Kopftuch und strampelt wie wild vor sich hin. Sie schwankt ziemlich stark, wird gestützt von zwei jüngeren Frauen die neben ihr her rennen, wild gestikulierend auf sie einredend. Vielleicht fängt sie ja auch noch mit dem Deutschlernen an, wenn’s mit dem Radfahren alleine klappt.

Beobachtung I: Rebellion

Zwei junge Menschen, ein mehr oder minder putziges Teeniepärchen mit H&M-Punk-Attitüde, stellen ihren rebellischen Geist unter Beweis in dem sie sich zum Döneressen mitten auf den Bürgersteig setzen, vors Sportlerheim, die Kneipe für alle die vom Leben wirklich nichts mehr erwarten.

Mittwoch, 31. August 2005

Stihillllle Nacht!

Es ist wieder so weit!
Die Vorweihnachtszeit hat endlich begonnen! Es gibt Lebkuchen und Spekulatius und bald bestimmt auch Dominosteine und Stolle!

Montag, 29. August 2005

Säcke!

Ich sitze auf dem Rad, fahre die Oranienstraße entlang, das Telefon klingelt, ich gehe natürlich ran, lenken, Verkehr gucken, Telefon ans Ohr halten, alles kein Problem. Keine Rufnummer wird angezeigt, ich melde mich ordentlich, wie ich es gelernt habe, ja Hallo sagt eine freundliche Frauenstimme, haben sie mit dieser Rufnummer beim iPod-SMS-Gewinnspiel der Berliner Bank mitgemacht? Ja antworte ich und mir stockt der Atem, ich muss anhalten, ich kann nur denken GEWONNEN, das großartigste Stück Lifestyletechnologie wird mir gehören, bald bald, werde auch ich mit lässigen weißen Kopfhörern durch die Stadt cruisen, Feist hören oder Jack Johnson...ja, ich wollte dann nur schon mal ihre Adresse aufnehmen, werde ich jäh zurückgeholt auf die staubige Oranienstr., falls sie dann gewinnen sollten.
Dreckige Adressenschnorrer, denke ich und lege auf.

Sonntag, 28. August 2005

Abt. Jonas rockt.

Technische Spielereien begeistern mich ja immer schnell, eine jüngst entdeckte ist der Audioscrobbler, zu finden unter www.last.fm, eine Plattform auf der man Musik entdecken kann und empfohlen bekommt, quasi von Leuten, die auch die Musik hören, die man selber hört. Und wissen tut das die Plattform über ein Plugin in der Musikabspielesoftware auf dem Computer, in meinem Fall also das großartige iTunes. Das Plugin übermittelt alles was man hört an ein Profil, was öffentlich abzurufen ist: *klickmich*

Samstag, 27. August 2005

Ist ja schliesslich teuer genug hier!

Auch auf die Gefahr hin, dass dies hier ein Blog über Geschichten aus der Warenwelt wird - heute im Megapupsimarkt ist mir wieder ein mal eine sehr lustige Verhaltensweise meiner Mitmenschen aufgefallen.
Freitag und Samstags gibt es ja immer Verköstigungen, da stehen dann adrett gekleidete junge bis mitteljunge Damen (gern auch mal etwas exotischer, eine Asiatin oder eine Dunkelhäutige, wenn z.B. Tschakalaka, die Grillsauce mit dem Geschmack Afrikas unters Volk gebracht werden soll) und bieten lecker Jogurt der im Dunklen leuchtet, Kaffee mit Bananengeschmack oder Käse hergestellt ohne Milch an, in homöopathischen Dosen, der Verbraucher soll ja schliesslich kaufen wenn er mehr will.
Will der Verbraucher aber nicht. Also kaufen. Und deswegen entwickelt er diverse Taktiken um an mehr als einen kleinen Becher mit Leuchtejogurt oder, wie neulich gesehen, einen Schnitz gebratenen Fleisches von George Foremans „Fat Reducing Grilling Machine“ zu kommen.
Die simpelste ist das mehrfache Vorbeigehen. Mit oder ohne Wagen immer wieder ganz unauffällig am Stand vorbei und zugreifen, am besten wenn noch andere Leute am Stand stehen (siehe Taktik 3), das lenkt ab.
Die zweite Taktik ist die aufgemotzte Version eins: man geht im Wechsel mit dem Ehe-/ oder sonstigen Lebenspartner am Stand vorbei, greift natürlich doppelt zu, verbunden mit einem verschämten Schulterzucken und Verweis auf die Begleitung.
Die dritte Version ist die raffinierteste und gleichzeitig die am meisten erfolgsversprechende in Bezug auf eine vollständige Mahlzeit – der oder die Promotionsmitarbeiter wird in ein Gespräch verwickelt, zunächst über das Produkt, dann über alltägliche Belanglosigkeiten und nebenbei wird immer wieder zugegriffen.

Ich persönlich greife ja nur bei den Käsehappen ohne Bewachung zu oder eben dann, wenn der Stand von Quatschern belagert wird, dann ist die Chance recht groß, dass man unbehelligt an einen Bissen kommt:-)

Montag, 22. August 2005

Abt. Wischi waschi

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: k*****@gmail.com [mailto:k*****@gmail.com]
Gesendet: Montag, 22. August 2005 00:18
An: o*****@media-saturn.com
Betreff: Markt

Sehr geehrte Frau O.,

am vergangenen Freitag Nachmittag hatte ich das zweifelhafte Vergnügen Ihren Markt zu besuchen um meiner Begleitung beim Druckerkauf behilflich zu sein.
Um ehrlich zu sein, wäre ich allein gewesen, hätte ich auf dem Absatz wieder kehrt gemacht.
Kann ich es aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nachvollziehen, dass Sie alle Kunden für potentielle Ladendiebe halten, anders kann ich mir den unbedingten Zwang zur Abgabe von Rucksäcken, Handtaschen etc. nicht erklären, so fand ich die Art und Weise wie der Befehl (nein, es war keine Bitte) von einem sehr kräftigen, sehr kahlköpfigen und sehr unfreundlichen
Herrn vorgetragen wurde, mehr als befremdlich. Ich hatte eher das Gefühl mit den falschen Klamotten an einer Disco abgewiesen zu werden, denn als Kunde einen Elektronikmarkt zu betreten.
Dass das bei uns keine Ausnahme war, konnte ich beobachten als wir längere Zeit an der Kasse anstanden. Ob Männer oder Frauen, Junge oder Alte, bei Ihnen wird anscheinend jeder schlecht behandelt.

Über eine kurze Stellungnahme freue ich mich,

mit freundlichen Grüssen,

J. K.

Diese Mail wurde ueber Kontakt auf www.mediamarkt.de am 22.08.2005 um 00:17
erstellt und versendet

Sehr geehrter Herr K.,

es tut mir außerordentlich leid, daß Sie bei uns im Hause eine negative Erfahrung erleben mußten. Mit dem Doorman werde ich ein Gespräch führen, da es sich selbstverständlich um einen Hinweis handelt und nicht um eine Anordnung. Dafür entschuldige ich mich. Allerdings können wir auch künftig nicht davon absehen, grundsätzlich unsere Kunden auf die Schließfächer hinzuweisen, da wir leider keine positiven Erfahrungen gemacht haben. Und es spielt keine Rolle ob unsere Kunden lässig gekleidet oder jünger/älter sind. Wir behandeln alle gleich.

In der Hoffnung, daß Sie uns ein klein wenig verstehen, würde ich mich freuen, Sie weiterhin als Kunden begrüßen zu dürfen. Erwähnen möchte ich noch, daß es uns sehr wichtig ist, daß mit jedem Gast unseres Hauses freundlichst umgegangen wird.

Herzliche Grüße vom Prenzl Berg

Karin O.
Geschäftsführerin Media Markt

Mittwoch, 17. August 2005

Abt. Ruhe bewahren

In der Bildzeitung war heute eine Anleitung wie man eine führerlose Boeing auch als Passagier und Flugamateur landen kann, schön mit Bildern und nummerierten Knöpfen.

Ich habs mir ausgeschnitten und in die Brieftasche getan.

Dienstag, 16. August 2005

Abt. Trendsport

Maren machts vor, ich mach es nach und weitere werden folgen, der neue Blogger-Trendsport heisst schlecht zeichnen. Die nerdigen Wurstfinger versuchen hier ihrer kreativen Ader Ausdruck zu verleihen.

Meine Ader sieht so aus, wie jede/r zweifellos erkennen kann, ein Blick aus meinem Fenster. Der Entstehungsprozess lässt sich hier verfolgen. (Den Schieberegler bei Replay Speed Control am besten auf max. ansonsten schläft man ein eh es fertig ist.)

Donnerstag, 11. August 2005

As time goes by...


Riga
Originally uploaded by dieBraut.
vor genau einem Jahr war ich in Riga. Tolle und spannende Stadt wo ich unbedingt noch einmal hin muss. Ein guter Anlass also, die alten Bilder noch einmal rauszukramen.

Danke, gleichfalls.

Es gibt ja so ein paar ungeschriebene Gesetze im Umgang miteinander. Eines davon regelt zum Beispiel wie man sich auf öffentlichen Toiletten verhält. So spricht man niemanden an, der hochkonzentriert vorm Urinal steht, grad noch akzeptabel ist ein genickter Gruss, den man aber nicht erwidern muss.

So sitze ich heute also uffe Arbeit aufm Klo um zu meditieren. Die Klos dort sind der einzige Ort wo es tatsächlich still ist und im Sommer auch sehr angenehm temperiert, sehr schicke Holztüren, nett gedimmtes Licht, so wie es sein soll.
Während ich also versuche meine Mitte zu finden, geht die Tür von draussen auf, jemand kommt hereingetrampelt, geht in die Nachbarzelle, schliesst ab, lässt hörbar die Hose herunter, setzt sich, schlägt mit der Hand zweimal kräftig gegen die Holzwand, die uns trennt und sagt laut und vernehmlich MAHLZEIT!!!

Montag, 8. August 2005

Testpopest

In den letzten Tagen habe ich über mich gelernt, dass ich

aber dafür
Gut, dass ich das jetzt weiss.

Freitag, 5. August 2005

Is mir schlecht


Oh man!
Weetabix, die führende englische Frühstücks- cerealie in Kombination mit Jogurt ist echt ne Zumutung.

Update 8/8/05: mit fettarmer Milch und Preiselbeerkompott ist's allerdings ein feines Fressi für den empfindlichen Magen am Morgen.

Alle starren sie mich an!

Hatte ich erwähnt das ich des öfteren mit dem Rad fahre in letzter Zeit:)?
Jedenfalls war ich heute wieder unterwegs, nur schnell zum Pupsimarkt fahren, Hackfleisch kaufen. Und schon beim Fahren hatte ich ein seltsames Gefühl. Und als ich durchs Einkaufszentrum laufe, fällt es mir auf, alle starren sie mich an, ich seh sie versteckt und offen lachen, mit dem Finger auf mich zeigen und da wird es mir schlagartig klar, das seltsame Gefühl ist ein grosser nasser Fleck am Arsch, verursacht durch einen rissigen Sattel, dessen Füllung vollgesogen mit Regenwasser ist, was sich durch den sanften Druck beim Sitzen auf meinem Hintern verteilt hat. Mittlerweile seh ich die Menschen schon auf dem Boden rumkugeln vor Lachen, kleine Kinder fragen ihre Mütter, was der Mann denn da gemacht hat - und ich muss auch noch zur Bank, quer durchs Center, vorbei an den Zicken von der Saftbar!
Morgen kauf ich mir nen Sattelschoner.

Mittwoch, 3. August 2005

Verdammt, sie kommen zurück!


Ich fahre ich ja seit geraumer Zeit mit dem Rad zu Arbeit. An sich eine schöne Strecke, durch den Görlitzer Park und die Oranienstr. in Kreuzberg. Seit ca. einer Woche aber sind die Strassen voll von Wahlplakaten, abwechselnd oder auch alle auf einmal hängen überall die Konterfeis der freundlichen Onkel von SPDFDPGRÜNE (Die CDU gibts glaube nicht in Kreuzberg) und versprechen das Blaue vom Himmel.
Es gibt wenig Dinge die so sinnlos und überflüssig sind wie Wahlplakate. Sie dienen einzig und allein dazu, dem Kandidaten zu bestätigen, dass er auch wirklich kandidiert - nur dann darf man seinen Wahlkreis zuscheissen und wirklich jeden Mast und jede Laterne behängen mit einem Schnappschuss wie aus dem Familienalbum in Überlebensgrösse.
Leider ist nur ein sehr verschwindend geringer Teil der Aspiranten auf einen Ruhesitz im Parlament so attraktiv, dass es sich lohnen würde, ihnen alle fünf Meter ins Gesicht (meist unterlegt mit einer unglaublich schlauen Parole) zu schauen.
Und da in den entsprechenden, total wichtigen und professionellen Wahlkampfgremien nur Arschkriecher sitzen, sagt ihnen auch niemand, dass sie hässlich sind und ihre Hackfresse im Strassenbild ausser einem Berg Müll nichts hinterlässt, schon gar keinen Eindruck beim Stimmvieh.
Eine grosse deutsche Volkspartei (nein, nicht die SPD) hats in Berlin vor ein paar Jahren mal mit Plakaten im Corporate Design versucht, auf denen nur der Name des Kandidaten stand, die Partei und irgendein Slogan.
Sah sehr schick aus und hatte den Effekt, dass ungefähr die Hälfte der Kandidaten beleidigt war und auf eigene Kosten Plakate mit ihrer Visage drucken liessen, die meist aussahen, als wären sie zuhause mit Paint gestaltet worden (was sie wahrscheinlich auch waren).

Dienstag, 2. August 2005

Der Himmel über Berlin


Wenn es mir abends hin und wieder gelingt den Blick zu heben und zwischen den diversen Bildschirmen aus dem Fenster zu schauen, kann ich erleben wie die Natur hier freundlich guten Abend sagt.